Die Eymera-Chroniken entstehen

Die Eymera-Chroniken sind eine epische High Fantasy Saga in einer mittelalterlichen 360 Grad-Welt. Sie sind auf neun Bände angelegt. Im Juni 2020 gewährte mir die Hessische Kulturstiftung ein Arbeitsstipendium, mit dem ich das mehrteilige Romanprojekt in Angriff nehmen konnte.

Die Idee zur Welt von Eymera und ihrem Haupthandlungsstrang hatte ich schon vor mehr als zehn Jahren: Zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihre jeweilige Weltsicht zerreißt das Königreich ihrer Väter. Eine mächtige Herrscherin, die sich den Kontinent Eymera unterwerfen möchte und vier alte Daevas, Könige unter den Daimonen, die einst verbannt wurden und nun einen Weg zurück in diese Welt gefunden haben.

Die Serie ist auf Teile angelegt und spielt in einer Welt, die an das mittelalterliche Europa und die Mittelmeerregion mit dem byzantinischen Reich erinnert. Dennoch es ist eine ganz eigene Welt mit eigenen Völkern und Kulturen sowie einer Jahrtausende zurückreichenden Geschichte. Und mit alten Geheimnissen, die allmählich wieder ans Licht kommen.

Meine Literarischen Vorbilder

Meine literarischen Vorbilder in der Fantasy sind natürlich der englische Autor J.R.R. Tolkien, der das Fantasy-Genre mit seinen Romanen “Der Hobbit” und “Der Herr der Ringe” begründet hat. Der amerikanische Autor Tad Williams ist ebenfalls eine große Erzählstimme und hat mit seiner epischen Reihe um den “Drachenbeinthron” diesen Ball wieder aufgenommen und die Idee einer Spiegelwelt des europäischen Mittelalters weiterentwickelt.

Landkarte von Eymera

Rollenspielsysteme wie “Das Schwarze Auge”, “ Forgotten Realms” oder “Die Drachenlanze” haben das Universum der Fantasy mit frischen Ideen bereichert, Standards gesetzt und einem großen Publikum zugänglich gemacht. Als Rollenspielerin konnte ich diese Welten erkunden. Auch die Romane von Robin Hobb und Raymond E. Feist, habe ich regalmeterweise Bücher verschlugen. Schließlich hat George R.R. Martin hat das Genre erwachsen werden lassen – und uns Autoren damit einen großen Gefallen getan.

Die Welt der Eymera-Chroniken

Der Kontinent Eymera, auf dem die Eymera-Chroniken angesiedelt ist, befindet sich zum Zeitpunkt des ersten Bandes auf einer vergleichbaren Stufe mit dem europäischen Mittelalter des 11. – 13. Jahrhunderts. Die Geografie reicht von kargen Inseln und eisbedeckten Gebirgsausläufern im Süden, über gemäßigte und waldreiche Zonen im Zentrum sowie weite, fruchtbare Ebenen.

Es gibt aride Klimazonen in Küstennähe bis hin zu lebensfeindlichen Wüsten im Norden und Osten. Neben den menschlichen Völkern wird die Landmasse aber auch von einigen nichtmenschlichen Völkern besiedelt, wie den archaischen Widdermännern, den geheimnisvollen Sid’hue und dem legendären Magiervolk des untergegangenen Is’Tenir. Sie alle haben ihre eigene Kultur, Religion und Tradition. Manche leben sehr ursprünglich, andere haben große, machtvolle Reiche errichtet. Einige sind vergessen worden aber noch lange nicht verschwunden.

Recherche in der Fachliteratur bildet das Fundament der Welt.

Damit eine mehrbändige Serie in einer so komplexen Welt stattfinden kann, ist eine intensive historische Recherche und ein detailliert ausgearbeiteter Plan notwendig. Mit Hilfe des Stipendiums konnte ich mit den Vorarbeiten beginnen. Mit einem Magisterabschluss in Mittelalterlicher Geschichte und auch sonst sehr stark an der Alltagsgeschichte des Mittelalters interessiert, musste ich dabei allerdings nicht bei null anfangen. Vielmehr konnte ich mich sehr präzise in spezielle Themenbereiche einlesen.

Die Recherche umfasste Fachliteratur zur mittelalterlichen, byzantinischen und antiken Geschichte, zur Mythologie, Architektur und Archäologie, zum historischen Schwertkampf oder zur Kostümkunde. Und sie wird den Schreibprozess kontinuierlich weiter begleiten.

Figuren und Konflikte

Mit der Recherche als Basis habe erst einmal ein Konzept zum Hintergrund der Welt der Eymera-Chroniken geschrieben. Mehr als 300 Seiten, auf denen die Kultur der Völker skizziert ist. Ebenso die unterschiedlichen Länder des Kontinents Eymera, ihre Vergangenheit, die Regeln, nach welchen Magie in dieser Welt funktioniert, wie die unterschiedlichen Völker leben oder ihre Glaubensvorstellungen aussehen.

Sie alle tragen soziale oder politische Konflikte aus und haben weltanschauliche Differenzen. Wie sind diese entstanden und warum? Und ganz klar: Sie sind längst nicht gelöst. Die Daimonen der Vergangenheit steigen jetzt erst wieder auf.

Gut geplant ist schon halb geschrieben: Der Plotplan entsteht.

Außerdem habe ich angefangen, schriftliche Figurenportraits zu entwerfen. Dieser Prozess lief zeitlich parallel zum Weltenbau. Noch 2020 konnte ich bei einem Online-Seminar zur Charakterentwicklung bei der Autorin Franziska Gerstenberg und zusammen mit einer Autorengruppe sieben Wochen lang intensiv an der Ausarbeitung meiner Hauptfigur arbeiten und durch Schreibübungen die Tiefe ergründen.

Das Feedback der Autorin und der Teilnehmer war eine wertvolle Hilfe. Schließlich habe ich die Stränge der Handlung entwickelt, zuerst die großen Bögen, die mehrere Bände umspannen. Anschließend werden die einzelnen Romanhandlungen von Band zu Band immer feiner ausgearbeitet. Für den ersten Band lag nach zweieinhalb Monaten im Stipendien-Zeitraum ein szenengenauer Plotplan vor. Nun konnte ich mit dem Schreiben des ersten Kapitels beginnen.

Das erste Kapitel ist das schwerste

Das erste Kapitel des ersten Bandes der „Eymera-Chroniken“ konnte ich bis zum Ende des Stipendiums fertigstellen. Die Handlung kann ich natürlich noch nicht verraten, aber ein paar Hinweise gibt es, was darin passiert: Ein Pferd wird getötet. Der Held hat seinen Save-the-Cat Moment. Der erste Konflikt nimmt seinen unheilvollen Lauf. Blut wird vergossen. In einem düsteren Tal liegt eine Burg mitten im See, Regen trommelt auf die Dächer und Mauern. Es gibt eine Urinschau, einen Priester mit Holzbein und eine unangenehme Begegnung im Dunkeln.

Einmal hingeschrieben heißt noch lange nicht fertig, wenn der Rohtext steht beginnt die eigentliche Arbeit

Während der sechs Monate im Übergang 2020/21, in denen ich ein nachfolgendes Projektstipendium der Hessischen Kulturstiftung erhielt, habe ich die ersten zehn Kapitel geschrieben. Sie umfassen den ersten Akten des Romans, die Einführung des Helden in die Geschichte der Romanserie.

Er gerät in die ersten harten Konflikte mit seinem Bruder und lernt seine weiteren Gegenspieler kennen. Auch eine weitere Macht lernt er kennen, von der er noch nicht weiß, ob sie im hilft oder ihm schaden wird. Nun muss er handeln, seine Gegner lassen ihm keine andere Wahl.

Nun wird auch ein zweiter Held an einem ganz anderen Ort eingeführt: Er junger Ordensritter. Noch haben beide Handlungen scheinbar nichts miteinander zu tun. Zudem ist eine weibliche Heldin auf der Suche nach ihrer Identität. Und das ist nur ein kleiner Teil der Figuren-Ensembles und der sich zunehmend miteinander verquickenden Handlungsfäden.

Eymera Chroniken: Es geht weiter

Dies ist der Abschlussbericht der Stipendien. Ich danke der Hessischen Kulturstiftung, dass sie die heimischen Künstler währen der Pandemie unterstützt hat. Die Arbeit am Manuskript geht natürlich weiter. 400 Seiten des ersten Bandes sind inzwischen geschrieben.

Ich werde vertreten durch die Literartur-Agentur: Saskia von Hoegen

Alle Fotos: C. L. Gerres


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